Die achte Lesung

UnbenanntMeine achte Lesung fand letzte Woche Donnerstag, am 23.10. statt. genau ein 7 Monate nach meiner ersten Lesung. Ich bin meinen ersten Texten noch immer treu und habe sie bisher nicht ausgewechselt, da es höchst unwahrscheinlich ist, dass mir jemals jemand „nachreisen“ wird. Zumindest ist es mir noch nie untergekommen und weil ich mich momentan auf Schulklassen konzentriere, wird es da zumindest nicht vorkommen. Was sich hingegen immer wieder ändert sind die Dinge, die ich antworte, auch wenn die Fragen auf die gleiche Antwort abzielen. Man macht sich im Nachhinein nämlich doch noch mal über alles Gedanken durch und kommt zu verschiedenen Antwortmöglichkeiten, die man dann auf der nächsten Lesung gibt. Was außerdem immer anders ist: Das, was ich neben dem Lesen erzähle. Über das Buch selbst und anderes Allgemeines, vorweg, damit es einen Einstieg gibt wie auch zwischen den einzelnen Ausschnitten. Nach meiner siebten Lesung habe ich die Rückmeldung bekommen, dass sich die Hälfte der Klasse doch gewünscht hätte, ich hätte ein wenig mehr zwischendrin erzählt. Und diesen Hinweis finde ich sehr wichtig als lesende Person und wirklich gut !! Wie die Wirkung auf andere Menschen ist, kann ich nicht wirklich zutreffend beurteilen, deshalb bin ich für Kritik immer dankbar. Nur weil ich Dinge noch nie gesagt bekommen habe, heißt es bei Weitem nicht, dass meine Lesungen perfekt sind. Bei der letzten Lesung habe ich also mehr darauf geachtet. Und schon am nächsten Tag ein paar Vorbestellungen bekommen.

Wie schon gesagt, dieses Mal handelte es sich um eine fünfte Klasse. Der Klassenlehrerin hatte ich vorweg meine Texte für die Lesung und ein paar allgemeine Infos geschickt. Sie und der Klassenlehrer (in den fünften und sechsten Klassen gibt es bei uns noch zwei Klassenlehrer pro Klasse) hatte der Klasse im Voraus nicht viel erzählt. Vielleicht ein klein wenig über mich, aber genau nachgefragt habe ich nicht, aber viel mehr als „wir haben ihnen auch noch nicht so viel erzählt“ war nicht so wichtig. Das Gute ist dann ja immer, dass ich noch die Chance habe, das Ganze einzuleiten und selbst was zu sagen, ohne dass sich jemand die Hälfte der Dinge doppelt und dreifach anhören darf. Besonders in der achten Stunde, wie es an dem Tag eine war, wäre das nicht unbedingt vorteilhaft gewesen.

Ich war etwas früher dran, als die Stunde eigentlich begann. Am Ende kam es aber perfekt hin. Ich habe versucht, möglichst langsam zu lesen. Seitdem ich im Radio gehört habe, wie schnell ich lese, wenn ich mich auch dazu zwinge, es gaaaanz langsam zu machen, habe ich festgestellt, was für ein Plappermaul ich sein muss, wenn ich etwas zu sagen habe, ich mir bekannt ist oder ich mir vorher ausgedacht habe (Außer die Einleitung vor Lesungen. Das ist immer ein kleines Grauen für mich.) Trotz etwas längerer Erzählungen zwischendrin (zumindest etwas länger als sonst schon üblich), hatte ich am Ende noch etwas mehr als zwanzig Minuten Zeit. Ein Schock. Hatte ich so schnell geredet? Okay. Sag noch mal was. Frag mal was. Wie haben die Ausschnitte auf die Schüler gewirkt? Etwas düster? Ja. Für eine fünfte Klasse etwas zu düster, meine die Klassenlehrerin. Das hatte ich vorher nicht ganz so recht bedacht. Also eine kleine Erklärung nachschieben: Ich denke, dass es eben durch die familiären Zeiten und die Freundschaften, die die Hauptperson Jamara ja in beiden Welten hat, gar nicht so düster ist, wie es jetzt vielleicht gewirkt hat, sondern dass es sich im Endeffekt etwas ausgleich. Puuuh. Nicken. Vereinzelt.

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Geschichten-Box: Kästchen

Im Juli schauen wir in dieses kleine Kästchen hinein. Ursprünglich war darin ein MP3-Player verpackt, aber weil ich nicht vorhatte, ihn weiterzuverkaufen (er funktioniert auch nach X Jahren immer noch hervorragend!), habe ich sie mir eines Tages dazu genommen, um in ihr Notizen und wichtige Ideen und Passagen aufzuheben, damit ich sie stets geordnet bei mir / auf meinem Schreibtisch haben konnte. Schauen wir hinein.

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Geschichten brauchen …

Ich habe mehr als 20 Kurzgeschichten geschrieben und viele Kapitel, die für mich auch teilweise wie kleine einzelne Geschichten sind. Nach einiger Zeit des Schreibens fallen einem ein paar Dinge auf (zumindest mir), die eine Geschichte braucht. Drei möchte ich euch heute vorstellen. Außerdem habe ich den Beginn einer meiner Kurzgeschichten eingefügt.

Das, was eine Geschichte dringend braucht, ist Zeit.
In der Regel benötigt man recht lange, um die Handlung oder die Figuren einer Geschichte zu erstellen. Manchmal überrascht sie einen aber auch gerne und dann muss das Schreiben ganz schnell gehen. Oder zumindest das Aufschreiben der Gedanken. Wenn die Geschichte beendet zu sein scheint, ist es ganz klug, sie noch einmal überzulesen und dann für ein paar Wochen (oder länger) so wenig wie möglich zu beachten. Man sollte Abstand von ihr nehmen, denn dann hat man neue Ideen, die Handlung und die Figuren hatten Zeit, sich selbstständig weiterzuentwickeln und die Überarbeitung gelingt viel besser.
Viel Zeit nehme ich mir momentan für eine Geschichte, die ich gerne bei einem Schreibwettbewerb des Buchjournals zum Thema „Verwandlung“ einreichen würde. Sie baut auf Ideen von „Destino – Die Träumerin“ auf und handelt von einem Mann, der zum sogenannten „Schreiber“ wird. Die Idee überfiel mich eines Abends. Innerhalb von einer Stunde habe ich sie aufgeschrieben gehabt. Nun ist sie etwas mehr als 3 Seiten lang und wartet seit bald zwei Monaten darauf, dass ich sie überarbeite, um sie dann einschicken zu können. So lange zu warten hat sich für mich schon häufig als gut erwiesen. Ich bin schon gespannt, mit welchen anderen Augen ich meine Geschichte in ein oder zwei Wochen sehen werde.

Was Geschichten noch brauchen, ist ein Ereignis, eine Vorstellung oder eine Fantasie, damit man überhaupt beginnen kann, sie aufzuschreiben und auch, damit man sie weiterentwickeln kann. Nach der Zeit, die ich eine Geschichte beiseite gelegt habe, rufe ich mir die Handlung zurück in Erinnerung – nur die groben Ereignisse. Und dann frage ich mich, was wie geschehen ist. Was wie vielleicht noch hätte geschehen können.
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