Geschichten-Box: Ballade

Jeden ersten Montag im Monat möchte ich euch einen Gegenstand vorstellen, der sich in meiner Geschichten-Box befindet. Die meisten der Dinge darin haben mich auf meinem Weg zu meinem Buch begleitet und erzählen ein klein wenig von seiner Entstehung. Ich weiß, heute ist der 18. August, also auf keinen Fall ein erster Montag, aber ich schulde euch noch den Gegenstand für den August. Vor zwei Wochen wäre er eigentlich an der Reihe gewesen, aber da befand ich bin in England und vorher habe ich es nicht mehr geschafft, den Artikel vorzubereiten. Also wird er jetzt nachgeholt.

Here we go !

„Geschichten-Box“ bedeutet nicht, dass sich darin nur Gegenstände zu meinem Buch finden.
„Geschichten-Box“ bedeutet ebenfalls nicht, dass Geschichten immer so sein müssen, wie wir sie aus Büchern kennen.
Man könnte sagen; alles, was ich vor meinem Buch geschrieben hat, hat mich auf es vorbereitet.

Ich weiß nicht mehr genau, ob wir Balladen zu dem Zeitpunkt bereits im Unterricht durchgenommen hatten. Oder ob wir es überhaupt jemals wirklich getan haben. Jedenfalls wusste ich in der sechsten Klasse, dass Gedichte auch eigentlich eine sich reimende Geschichte sein konnten, die sich in Strophen aufteilt, die wiederum aus Versen bestehen. Ein Schema wäre also simpel und zur „Not“ gäbe es ja noch die „dichterische Freiheit“. Warum nicht einmal so etwas ausprobieren? Kurzgeschichten hatte ich zu dem Zeitpunkt bereits einige geschrieben, da wurde es langsam mal zeit für etwas Abwechslung.

Es gibt so schöne Ringbuchblöcke, deren Seiten Reiter haben. Meines hatte einen Deckel aus Plastik, was perfekt war zum Schreiben für Unterwegs. Zuhause hatte ich am Anfang der Sommerferien mit der Ballade angefangen. Es waren die ersten Reime, die ich aufschrieb und die erste Strophe, die sich formte. Es sollte eine Heldengeschichte werden, in der sich etwas Mittelalterliches finden sollte (Ja, ich mag das Mittelalter irgendwie. Zumindest seine positiven Seiten) – deswegen kam ich auf die Zahl 1050. Die Handlung spielt also um 960 aber bitte fragt ein zwölfjähriges Mädchen nicht, was in dieser Zeit besonderes war. Es war halt das Mittelalter.

Es ist eine Hochzeit des Friedens. Diese aber endet plötzlich und alles wendet sich zum Schlechten. Ein Gott prophezeit Hoffnung. Diese kommt in Gestalt eines Jungen, der sich auf die Suche nach dem Engel macht, der in Gefangennahme dem Land sein Glück beschert. Er jedoch will frei sein …

Unser Auto hatte am Beginn der Sommerferien irgendeinen kleinen Fehler und ich kam mit zur Werkstatt – den Block in meiner Tasche. Während wir auf das Ende der Reparatur warteten, habe ich doch einiges Geschrieben, wenn man bedenkt, wie viel Zeit ich in die Ballade investiert habe. Es dauerte lange, sie zu schreiben. Wochen, wenn ich mich richtig erinnere. In einem Word-Dokument ist sie jetzt etwas länger als 3 Seiten und liegt seit längerem nicht nur auf meiner Festplatte, sondern ebenfalls in meiner Geschichten-Box – mehrere Seiten aus meinem ersten wirklichen Notizbuch, das ich als solches benutzt habe, zusammengeheftet.

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Geschichten-Box: Kästchen

Im Juli schauen wir in dieses kleine Kästchen hinein. Ursprünglich war darin ein MP3-Player verpackt, aber weil ich nicht vorhatte, ihn weiterzuverkaufen (er funktioniert auch nach X Jahren immer noch hervorragend!), habe ich sie mir eines Tages dazu genommen, um in ihr Notizen und wichtige Ideen und Passagen aufzuheben, damit ich sie stets geordnet bei mir / auf meinem Schreibtisch haben konnte. Schauen wir hinein.

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Geschichten-Box: Notizbuch

Da ist es auf einmal Juni. Nur noch zwei Monate, dann machen sich alle auf in den Sommerurlaub. Sommer, den haben wir ja jetzt schon. Oder hatten ihn noch vor ein paar Wochen. Aber die T-Shirt-Temperaturen kommen sicherlich bald wieder. Schreibwetter ist so oder so immer. Ob Kurzgeschichten längere oder wenigstens deren erste Seiten. Und dabei sammeln sich schon mal „Nebenprodukte“ an. Nein, eher sind es Gegenstände, die die Entstehung der entsprechenden Geschichte erzählen. Also sozusagen eine Geschichte über die Geschichten selbst. Nur schade, dass diese Gegenstände nicht sprechen und ihre Geschichte selbst erzählen können. Also tue ich das und stelle euch heute – wie jeden ersten Montag im Monat – einen dieser Gegenstände vor und erzähle euch, was er für eine Geschichte zur Entstehung meines Buches „Destino – Die Träumerin“ auf Lager hat.

Heute an der Reihe: Ein Notizbuch



„Inga, hast du alles für’s neue Schuljahr?“

„Ja ja!“ Ja, zumindest für die erste Woche hatte ich beisammen. Hausaufgaben gab es ja sowieso noch keine. Die Lehrer waren noch auf der Suche nach der optimalen Mappenfarbe für jede Klasse und Stifte hatte ich ausreichend – Buntstifte, die ich nie wieder brauchen sollte, außer, wenn ich in den Pausen malen würde, einen unangespitzten Bleistift und einen Füller. Reicht doch alles. Zumindest für die erste Woche, dann ging es ins nächste Schreibwarengeschäft und alles einkaufen, was auf der Liste stand.

In der zweiten Woche stellte sich heraus: „Mama, ich brauche Geld für ein Hausaufgabenheft!“ Das gab es dann auch. Nur im entsprechenden Regal im Laden war kein schönes zu finden. Also sagte ich mir: Warum ein normales kaufen, wenn ich mir genauso gut ein Notizbuch kaufen konnte. Im Vorjahr hatte das auch gut funktioniert. Von Hand hatte ich für jeden Tag ein passendes Feld angelegt und mit Datum und Wochentag versehen. Zu viel Arbeit – zumindest in diesem Jahr. Also hielt ich einfach die letzten Seiten im Heft für eine Liste an Hausaufgaben frei. Auf dem Rest landeten handgeschriebene Seiten von meinem ersten richtigen Buch.

Aber so ein normales Notizbuch sieht nicht schön aus. Also hieß es, im Kleiderschrank nach Klamotten suchen, die seit Jahren nicht mehr passten. „Mama, darf ich das Kleid zerschneiden und was daraus nähen?“ Zögern. Eigentlich war es ja noch gut. Heile, nicht allzu oft getragen. Einfach nur zu klein. Aber gut. Ein Mal konnte man es ja erlauben. Dann landete halt einmal ein zu kleines Kleidungsstück nicht im Schrank der kleinen Schwester oder auf dem Flohmarkt.

Den Umschlag habe ich von Hand genäht. Weil der Stoff gut dehnbar ist, passt der Umschlag auch. Ein Stück vom Saum mit einem Faden an der Spirale des Buches befestigt ist ein Stiftehalter (Ich neige dazu, alles auf den Boden fallenzulassen oder zu verlieren. Es wäre nur zu doof, wenn ich einen Einfall habe, Papier aber keinen Stift!) Und so sieht es aus:

Naja, farbiger ist der Umschlag schon. Aber bei weitem nicht mehr so wie als er noch ein Kleid war. Dafür hatte ich das Notizbuch zu mit mir herumgetragen.

Die letzten Seiten, die mit den Hausaufgaben, habe ich mittlerweile herausgerissen und in den Mülleimer befördert. So etwas muss ich nun wirklich nicht aufbewahren. Alles andere gibt es aber trotzdem noch. Die Seiten unter dem Titel „Gemale und Gekritzel“ am Anfang. Danach: „Tintenmalerei“. Ursprünglich sollte darin alles Mögliche stehen, das mir an Geschichten oder Textstellen einfällt. Dazwischen kam mir dann allerdings die Geschichte zum Buch.

Als Erinnerung klebt auf der ersten Seite ein Zettel mit Worten, die mal gefallen sind, die schlau klingen oder allgemeine Dinge, die mir beim Lesen von Büchern aufgefallen sind. In Isabell Pfeiffers „Im Jahr des Skorpions“ beispielsweise spielt Tyrannei eine Rolle. Was der dortige Herrscher seinem Volk antut, habe ich mir manchmal auf diesem Zettel notiert. Arme Dörfer werden ausgeraubt, obwohl von vornherein klar ist, dass es dort keinen Ertrag gibt. Menschen werden von Zuhause fortgelockt und die Familien hören nichts von ihnen. Strafen sind in Städten wie auch in Dörfern an der Tagesordnung…. Nicht alles habe ich eingebracht, aber doch ein paar Dinge.

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Geschichten-Box: Ordner

(5. Mai 2014)

Ich habe ein wenig überlegt, welchen Gegenstand ich euch denn als erstes vorstelle. Es sollte einer sein, den ich bereits vor einem Monat gezeigt habe.  Das waren eine kleine Box, zwei Ordner und zwei dicke Umschläge. Ich habe mich für die Ordner entschieden, denn in ihnen finden sich Kurzgeschichten und die ersten Seiten aus meinem Buch, die inzwischen ein paar Mal überarbeitet wurden.

Zu Erinnerung, so sehen sie aus:

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Wir öffnen den Deckel

Das ist sie also, die besagte Box. Laut Waage um die 3 Kilo schwer und laut Auge fast bis zum Rand gefüllt. Dabei befindet sich doch das Meiste an Material auf dem Laptop. Das geht ja auch einfacher. Schnell tippen, korrigieren, sortieren. Aber das gute alte Papier kann man mir trotzdem nicht nehmen. So kam es, dass sich in den letzten zwei Jahren dieser Box genug angesammelt haben sollte, dass ich über die nächsten Monate etwas einstellen kann – ob zu meinem Buch oder anderen Geschichten, das werdet ihr dann ja sehen. Fest steht: Jeden ersten Montag im Monat stelle ich etwas daraus vor.

Heute lüften wir erst einmal den Deckel.



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