Heute war der Tag…

… an dem ich irgendwie mehr als sonst auf die Autos auf der Straße vor unserem Haus geachtet habe. Nicht, dass ich einen guten Blick darauf hätte (dafür müsste ich durch Wände sehen können ) aber immerhin erkenne ich den Klang eines Lieferwagens, der am Straßenrand hält, während sein Motor im Leerlauf weiterbrummt, die Geräusche einer zuschlagenden Fahrertür und eiliger Schritte, die bereits auf eine Haustür zueilen, noch bevor man richtig registriert hat, dass da überhaupt ein Wagen gehalten hat.

Es war Samstag Mittag und eigentlich halten da keine Lieferwagen vor unserem Haus, aber heute war es anders. Heute hielt einer. Der Motor brummte, die Tür knallte, Schritte eilten über den Asphalt und kurz darauf musste es bei uns geklingelt haben. Die Stimme eines kurz angebundenen Postboten hallte durch das Treppenhaus zu mir hinauf. Und kurz darauf fuhr der Lieferwagen schon wieder weiter zum nächsten Haus.

Im Erdgeschoss war es für eine Sekunde mucksmäuschenstill, aber wahrscheinlich kam es mir nur so vor, weil ich mich gerade fiebrig fragte, was der Postbote denn da abgegeben hat und gleichzeitig versuchte, meine Hoffnung zu unterdrücken, es wäre das gewesen, worauf ich schon seit langem warte.

Und dann hörte ich Mamas Schritte die Treppe hinaufstürmen (genau so schnell, wie man in Flip Flops nunmal eine Treppe hinaufstürmen kann) und erst direkt vor meiner Tür langsamer werden. Ein aufgeregtes Klopfen, schon stürmte sie rein. Dass ich gerne vorher mein „herein“ ausgesprochen hätte, war ihr in dem Moment offensichtlich völlig egal. Denn immerhin hatte sie ja mit einem dicken, weißen Päckchen vor meiner Nase herumzuwedeln, ohne mir auch nur irgendeinen Hinweis darauf geben zu wollen, was das denn so tolles war, dass sie es selbst unter meinem kritischen Blick kaum schaffte, ihr aufgeregtes Hüpfen zu unterdrücken und ihre wedelnden Arme wieder unter Kontrolle zu bekommen. Aber eigentlich gab mir dieses Verhalten schon genügend hinweise, wenn ich so daran denke, dass ich in letzter Zeit bestimmt bei jedem Mittagessen angesprochen haben dürfte, dass ich eigentlich ganz, ganz bald ganz , ganz besondere Post bekommen müsste und an einem Samstag Mittag eigentlich nie ein Lieferwagen vor unserem Haus hielt. Was sollte da sonst mit der Post gekommen sein, wenn nicht das, was ich so sehnsüchtig erwartete?

Mein Buch.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon immer geahnt, dass meine Eltern an diesem Tag deutlich mehr aus dem Häuschen sein würden, als ich. Ich meine, als Mama da unter meinem kritischen Blick vergeblich versuchte, ihre Freude wenigstens ein bisschen zu zügeln, war auch ich super glücklich. Ehrlich. Ich bin nur einfach nicht gut darin, das auch zu zeigen. Doch mein Buch liegt gerade neben mir und je länger ich es betrachte und je öfter ich diesen Moment wieder und wieder in Gedanken abspiele, desto glücklicher werde ich.

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An dieser Stelle muss ich auch endlich etwas sagen, das ich wahrscheinlich schon früher hätte loswerden sollen:

Danke Mama und Papa, dass ihr diesen Weg mit mir gegangen seid. Danke, dass ihr die Nerven behalten habt, als ich es nicht konnte. Endlich ist es so weit und auch wenn ich nicht vor Freude schreiend durchs Haus gerannt bin, wie andere Menschen es wohl getan hätten, stehen wir doch in meinen Gedanken alle zusammen in meinem Zimmer und hüpfen armewedelnd herum :)

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Destino: Zweitlektorat

Einmal ist „Destino – Die Träumerin“ nun schon korrigiert und überarbeitet, jetzt ist die zweite und letzte Runde an der Reihe. Ich habe mir das ganze Buch einmal audrucken lassen. Dann kann ich es / ein paar Kapitel jetzt immer überall hin mitnehmen. Und es ist bei Weitem nicht so anstrengend, mehrere Stunden am Tag auf Papier zu starren als auf den Bildschirm …

Damit ich auf alle Korrektur-Notfälle vorbereitet bin, habe ich mir … ein paar … Dinge zusammengesucht. Naja, alle werde ich wohl nicht immer dabei haben. Mal abwarten, was davon wirklich nützlich ist. Nachfolgend ein paar Fotos.

Ich sag einfach mal …

Herzlich willkommen in meiner nächsten Zeit!! :)

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Geschafft

Ich bin fertig! Zumindest mit dem ersten Teil des Lektorats. Die erste Hälfte meines Buches wurde einmal im Lektorat durchgegangen und jetzt auch einmal von mir. Acht Tage habe ich von morgens bis abends dran gearbeitet. Ziemlich anstrengend, aber dafür sind jetzt Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler draußen und der Inhalt an manchen Stellen (hoffentlich) schlüssiger. Meine Lektorin hatte mir da einiges angemerkt, aber das ist ja nur gut. Bisher bin ich sehr zufrieden damit, wie so ein Lektorat abläuft! Und es macht ja auch Spaß :) Die Anmerkungen habe ich jetzt versucht habe so gut wie möglich umzusetzen, damit wir alle am Ende ein schönes Buch in den Händen halten können.

In der nächsten Zeit werde ich dann in kleineren Teilen den Rest meines Buches lektoriert zurückbekommen und alles durchgehen. Dann muss alles noch einmal komplett angeschaut werden und erst danach kann die weitere Arbeit beginnen (Satz, Cover etc). Es wird also leider noch ein wenig dauern. Aber je mehr Zeit man investiert, desto besser kann es doch eigentlich nur werden, oder? :)

Ich glaube, mein Laptop wird nur heil froh sein, wenn das alles vorbei ist. In den letzten Tagen hat er sich ein wenig was gefallen lassen. Da wurde er doch tatsächlich mit Zetteln beklebt! Naja, zumindest war es hilfreich. Dinge, die ich im Lauf des Buches einbringen muss kleben oben am Bildschirmrand, ein Zeitplan steht auf den geben Notizzetteln links und etwas, das mir beim Lesen aufgefallen ist, ich aber nie eingebracht hatte. Grüne Zettel rechts mit Fragen, die spezielle Kapitel oder Abschnitte betreffen. Immer, wenn einer von denen abgearbeitet war, wurde er mit einem Smiley überklebt. Und dann auf dem Bildschirm selbst zu sehen: Das Dokument mit dem Mauskript, eine Kapitelübersicht und das Thesaurus, das mich treu mit Synonymen versorgt hat.

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So, aber jetzt muss ich mich endlich um ein paar Schularbeiten kümmern: Ein Buch und die letzten 3 Kapitel eines anderen lesen (wer denkt sich soetwas aus?). Und Bilder malen. Das sollte nicht so schwierig sein, dauert braucht aber leider auch seine Zeit.

Aber erst einmal: Ein schönes Osterwochenende euch allen!!

Die achte Lesung

UnbenanntMeine achte Lesung fand letzte Woche Donnerstag, am 23.10. statt. genau ein 7 Monate nach meiner ersten Lesung. Ich bin meinen ersten Texten noch immer treu und habe sie bisher nicht ausgewechselt, da es höchst unwahrscheinlich ist, dass mir jemals jemand „nachreisen“ wird. Zumindest ist es mir noch nie untergekommen und weil ich mich momentan auf Schulklassen konzentriere, wird es da zumindest nicht vorkommen. Was sich hingegen immer wieder ändert sind die Dinge, die ich antworte, auch wenn die Fragen auf die gleiche Antwort abzielen. Man macht sich im Nachhinein nämlich doch noch mal über alles Gedanken durch und kommt zu verschiedenen Antwortmöglichkeiten, die man dann auf der nächsten Lesung gibt. Was außerdem immer anders ist: Das, was ich neben dem Lesen erzähle. Über das Buch selbst und anderes Allgemeines, vorweg, damit es einen Einstieg gibt wie auch zwischen den einzelnen Ausschnitten. Nach meiner siebten Lesung habe ich die Rückmeldung bekommen, dass sich die Hälfte der Klasse doch gewünscht hätte, ich hätte ein wenig mehr zwischendrin erzählt. Und diesen Hinweis finde ich sehr wichtig als lesende Person und wirklich gut !! Wie die Wirkung auf andere Menschen ist, kann ich nicht wirklich zutreffend beurteilen, deshalb bin ich für Kritik immer dankbar. Nur weil ich Dinge noch nie gesagt bekommen habe, heißt es bei Weitem nicht, dass meine Lesungen perfekt sind. Bei der letzten Lesung habe ich also mehr darauf geachtet. Und schon am nächsten Tag ein paar Vorbestellungen bekommen.

Wie schon gesagt, dieses Mal handelte es sich um eine fünfte Klasse. Der Klassenlehrerin hatte ich vorweg meine Texte für die Lesung und ein paar allgemeine Infos geschickt. Sie und der Klassenlehrer (in den fünften und sechsten Klassen gibt es bei uns noch zwei Klassenlehrer pro Klasse) hatte der Klasse im Voraus nicht viel erzählt. Vielleicht ein klein wenig über mich, aber genau nachgefragt habe ich nicht, aber viel mehr als „wir haben ihnen auch noch nicht so viel erzählt“ war nicht so wichtig. Das Gute ist dann ja immer, dass ich noch die Chance habe, das Ganze einzuleiten und selbst was zu sagen, ohne dass sich jemand die Hälfte der Dinge doppelt und dreifach anhören darf. Besonders in der achten Stunde, wie es an dem Tag eine war, wäre das nicht unbedingt vorteilhaft gewesen.

Ich war etwas früher dran, als die Stunde eigentlich begann. Am Ende kam es aber perfekt hin. Ich habe versucht, möglichst langsam zu lesen. Seitdem ich im Radio gehört habe, wie schnell ich lese, wenn ich mich auch dazu zwinge, es gaaaanz langsam zu machen, habe ich festgestellt, was für ein Plappermaul ich sein muss, wenn ich etwas zu sagen habe, ich mir bekannt ist oder ich mir vorher ausgedacht habe (Außer die Einleitung vor Lesungen. Das ist immer ein kleines Grauen für mich.) Trotz etwas längerer Erzählungen zwischendrin (zumindest etwas länger als sonst schon üblich), hatte ich am Ende noch etwas mehr als zwanzig Minuten Zeit. Ein Schock. Hatte ich so schnell geredet? Okay. Sag noch mal was. Frag mal was. Wie haben die Ausschnitte auf die Schüler gewirkt? Etwas düster? Ja. Für eine fünfte Klasse etwas zu düster, meine die Klassenlehrerin. Das hatte ich vorher nicht ganz so recht bedacht. Also eine kleine Erklärung nachschieben: Ich denke, dass es eben durch die familiären Zeiten und die Freundschaften, die die Hauptperson Jamara ja in beiden Welten hat, gar nicht so düster ist, wie es jetzt vielleicht gewirkt hat, sondern dass es sich im Endeffekt etwas ausgleich. Puuuh. Nicken. Vereinzelt.

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Lesung Nummer 7

Unbenannt

Meine siebte Lesung fand am Mittwoch statt und war die erste an meiner eigenen Schule. Bisher war ich nur an dem anderen Gymnasium in der Stadt gewesen. Eigentlich hatte ich das vor einigen Monaten noch gar nicht gewollt. Mit der Zeit würde ja jeder von mir und meinem wissen – nicht gerade meine Wunschvorstellung. Je mehr Zeit verging, desto mehr habe ich mich aber mit dem Gedanken anfreunden können und fand es nicht einmal halb so schlimm wie befürchtet, als es anfing, zumindest in meinem Jahrgang etwas bekannter zu werden.

An einem Tag kam meine Deutschlehrerin auf mich zu. Besser gesagt: Ich wollte gerade recht schnell gehen. Glücklicherweise an ihr vorbei, wie ich jetzt sagen kann. „Wann wollten Sie es mir eigentlich erzählen?“ Was sie meinte, war nach einem klitzekleinen Moment sehr nahe liegend. Eigentlich hätte ich ihr schon vor Wochen von meinem Buch erzählen sollen. Warum habe ich es nicht getan? Manchmal habe ich es vergessen, manchmal nicht gewollt. Den Grund kenne ich ehrlich gesagt nicht einmal mehr. Also war er wirklich kein guter.

Wir haben uns also ein klein wenig unterhalten und dann den Termin für meine erste Lesung an der eigenen Schule verabredet. Auf eine Chemiestunde musste ich dafür verzichten, aber gut, da komme ich bisher erstaunlich gut mit.

Etwas früher als die fünfte Stunde begann, stand ich vor der richtigen Tür. Kurz zuvor hatte ich verzweifelt versucht, meinen Ordner aus der überquellenden Schultasche zu bekommen, ohne dass der restliche Inhalt auf dem Boden landete, damit ich nachgucken konnte, ich welchem Raum ich denn eigentlich erwartet wurde. Es war eine siebte Klasse, also das Alter der Meisten etwa 12 Jahre – das passte perfekt. Schon vor dem Raum hörte ich, wie laut diese Kinder waren. Erstaunlich leise und aufmerksam waren sie dann aber während der Lesung.

Meine Deutschlehrerin, die ihre Klassenlehrerin ist und sie auch darin unterrichtet, hatte sich schon einen Platz weiter hinten gesucht und mir den Lehrertisch geräumt. (Jetzt verstehe ich auch, warum die Schüler in den hinteren Reihen eher bemerkt werden als die in den letzten. Die Schüler vorne sind nämlich viel zu weit unter Horizonthöhe, die Schüler hinten sind hingegen fast exakt auf Augenhöhe.) Die Texte hatte ich vorsichtshalber schon zwei Tage zuvor in meine Tasche gesteckt, gemeinsam mit Bestellformularen. Ich kenne mich ja mittlerweile auch ganz gut. Am Morgen hätte ich sie nämlich doch vergessen. Aber weil das ja nicht passiert ist, lief alles recht glatt ab. Die Aufzüge hatte ich nur leider nicht mehr proben können, nur in den Pausen davor eine kleine Ansprache, die recht merkwürdig aus mir herauskam. (Die fällt mir immer am schwersten, weil es ja nicht klingen soll, als würde ich steinreich werden wollen (was sowieso nicht passieren wird), aber trotzdem die Vorbestellungen bräuchte.) Anscheinend hatte man meine Aussage trotzdem verstanden. Versprecher wurden mir während der Lesung verziehen, ansonsten lief alles wie zuvor. Merkwürdige Blicke, als ich meine Trinkflasche zum Vorschein brachte (das gehört denke ich irgendwie dazu). Die Klasse ist aber so lieb, irgendwie haben wir dann ein wenig gelacht. Ich weiß nicht mehr genau wieso. Das ist mir aber auch nicht wirklich wichtig. Ich glaube, sie haben mich gemocht :)

Am Ende wurden mir fast zwanzig Minuten lang Fragen gestellt. Das war wirklich eine Menge! Vieles drehte sich um die Vorbestellungen – was es denn genau damit auf sich habe. (- Absicherung für den Aufwand der beteiligten Parteien.) Ein paar mal kam die Frage auf, mein wie vieltes Buch „Destino“ sein oder wie lange ich schon schreiben würde, wann und wie ich schreibe/schrieb – in der Schule, mit Stift oder am Computer? (- Unterwegs und in der Schule mit Stift und Papier, Zuhause am Computer.)

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Die Lesung hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht! Die Klasse ist super sympatisch und hat mich damit überrascht, wie gut sie im Gegensatz zum Pausenlärm zugehört haben. (Wenn ich mich recht erinnere, waren wir damals aber auch der Gegensatz von Leise.) Ich hoffe, dass meine anderen Lesungen genauso sein werden. Ich habe nämlich vor, in möglichst viele Klassen der Stufen 5-7 zu gehen und ihnen mein Buch vorzustellen. Zwei andere sind bereits geplant, weitere zwei angedacht. Mal hoffen, dass meine Lehrer mich gehen lassen und dass auch die ein oder andere Bestellung für mich rausspringt. Schließlich möchte ich meine Geschichte teilen. Und irgendwann einmal auch gebunden in den Händen halten können und wissen: Es gibt viele andere Menschen, die das auch tun.